Tim O’Reilly über den Datenschutz

Vor einigen Tagen hielt Tim O’Reilly ein Interview mit dem Online Magazin Stern. O’Reilly ist vielen bekannt für seinen O’Reilly Verlag im Bereich Informationstechnik. Ihm haben wir zu verdanken, dass wir das Internet mit dem Begriff “Web2.0″ prägen.


Durch die zunehmende Vernetzung der Menschen durch das Internet, gibt man oft seine privaten Daten weiter. Das hat für viele den Nachteil, dass sie sich beobachtet durch Google fühlen. Oder StudiVZ wird als StasiVZ beschimpft. O’Reilly geht auf diese Dinge im Interview ein, indem er handfeste Beispiele und Vorteile nennt. Ich finde, dass er recht hat, denn “im Allgemeinen nimmt man gewisse Abstriche in Kauf, wenn man sich Vorteile davon verspricht”, so Tim:

Hat niemand Bedenken, den vielen Firmen und Diensten solche Einblicke in sein Leben zu gewähren?

In den meisten Fällen sind die Daten ohnehin längst irgendwo gespeichert. Das Internet macht nur deutlich, wie wenig Privatsphäre wir inzwischen haben. Natürlich haben Sie Recht: Viele Menschen machen sich deshalb Sorgen. Aber im Allgemeinen nimmt man gewisse Abstriche in Kauf, wenn man sich Vorteile davon verspricht. Ich nutze zum Beispiel einen Dienst namens Doppler - ein großer Hit unter Vielreisenden. Man gibt ein, wohin man fliegt, und kann sehen, ob Freunde und Bekannte zufällig ebenfalls in der Stadt sind. “Oh, du bist auch in Tokio! Super.” Oder schauen Sie sich Google an: Es gibt viel Aufregung darüber, was Google alles über uns weiß. Du lieber Himmel! Direktmarketing-Firmen hier in den USA wissen mindestens genauso viel über uns. Aber der Unterschied ist, Google stellt mit seinem Wissen etwas Nützliches an und lässt sich Dinge einfallen, die unser Leben leichter machen. Deshalb haben am Ende viele Menschen kein Problem damit. Es ist ein kleines Opfer der Privatsphäre, gewiss, aber so tasten wir uns Stück für Stück an Grenzen heran. So ist das immer bei Erfindungen, die sich durchsetzen: Sie verändern auch unsere Kultur.

Wer das komplette Interview nachlesen will, folgt einfach diesem Link zur Stern Webseite.

1 Kommentar bisher »

  1. Die Google-Generation soll dumm und faul sein » Von Lars Beier » Beitrag » inftex.net am 13. März 2008 um 20:03 Uhr

    [...] da sie nicht so schnell veröffentlich werden können, wie z.B. Artikel auf Weblogs. Im von Tim O’Reilli getauften Web2.0 werden wissenschaftliche Artikel binnen weniger Stunden aktualisiert und jedem frei oder [...]

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