Die Google-Generation soll dumm und faul sein

Wie ich gerade auf Landwehr Online Reputation Management gelesen habe, wird die so genannte Google-Generation als dumm und faul abgestempelt. Die Grundlage dieser Aussage bildet eine Studie, an der jedoch nur 400Studenten teilnahmen. Zu dieser Generation sollen alle Menschen gehören, die mit dem Internet aufwachsen und Erwachsene und Jugendliche, die anstatt in Bibliotheken oder Büchereien zu gehen, Suchmaschinen nutzen, um an Antworten ihrer Fragen zu kommen.

Ob man dieser Studie wirklich trauen kann, ist zu bezweifeln. Denn meiner Meinung nach, ist das Internet die erste Anlaufstelle, um an Informationen zu kommen. Dafür spricht die Aktuallität, die Bücher nicht aufweisen können, da sie nicht so schnell veröffentlich werden können, wie z.B. Artikel auf Weblogs. Im von Tim O’Reilli getauften Web2.0 werden wissenschaftliche Artikel binnen weniger Stunden aktualisiert und jedem frei oder durch ein gewisses Entgeld zur Verfügung gestellt.

Es stimmt schon, dass viele Menschen nur noch im Web surfen, um an Informationen heran zu kommen und somit faul werden. Aber nicht jeder kann sich zu jedem Thema, was ihn interessiert, ein Buch kaufen. Auch Bibliotheken haben durch ihre beschränkte Ausleihphase ihre Nachteile. Sodass man gern aufs Internet zurückgreift. Ich selbst lese gern Fachbücher, um mir neues Wissen z.B. in Programmiersprachen, anzueignen. Denn elektronische Bücher, kurz eBooks sind nicht jedermanns Sache. In der Studie wird aufgezeigt, dass Studenten nur ein paar Seiten eines eBooks lesen und dann ein weiteres her nehmen, weil sie nicht gleich Informationen finden.

Deshalb hat sich eine so genannte horizontale Suchmethode im Internet als meist genutzt herausgestellt. Denn wenn man nicht nach wenigen Sätzen die Antwort zu seiner Frage findet, sucht man in einem weiteren Artikel. Sodass man sich von Link zu Link weiterklickt, bis man endlich das Ziel erreicht hat.

Aber wie schwer wäre es für uns User, wenn bspw. Google nicht existieren würde? Google ist heutzutage die Navigation durch das World Wide Web. Man gibt seinen gesuchten Begriff ein und findet meist auf Anhieb seine Antwort. Yahoo! oder die Live Search von Microsoft lässt derzeit zu wünschen übrig, weil sie keine so ausgereifte Suchtechnologie wie Google haben. Aber in Zukunft wird sich in diesen Bereichen noch einiges ändern.

Die dritte Generation des Webs wird das so genannte Sematic Web darstellen. Hierbei sollen veröffentlichte Artikel in maschinenlesbare Daten umgeschrieben werden und es so dem Computer ermöglichen diese Daten zu interpretieren, sodass eine bessere Verarbeitung dieser Daten ermöglicht werden soll. Wer mehr zum Semantic Web erfahren will, findet in der Online Enzyklopädie Wikipedia weiterführende Informationen. Was wären wir nur ohne Google und Wikipedia ;)

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6 Kommentare bisher »

  1. Thomas Pischulski am 13. März 2008 um 20:12 Uhr

    Japp und bald lesen und schreiben wir wieder auf Steintafeln, damit wir net mehr so faul sind und leichte Bücher in die Hand nehmen, man muss schwitzen beim Schreiben!

  2. dopses am 13. März 2008 um 20:34 Uhr

    Was es mit Faulheit zu tun hat sich aktueller Medien zu bedienen weiß ich nicht. Klar ist nur, dass man egal welcher Quelle man sich bedient nie alles einfach kaufen sollte. Fehler und Manipulationen sind im Internet sicher sehr viel häufiger, aber auch Fachbücher, Studien sind nicht frei von Fehlern. Und im Internet geht es viel schneller sich zum Beispiel zu einem umstrittenen Thema verschiedene Meinungen durchzulesen und dann daraus eine eigene zu bilden.
    Die quasi Monopolstellung von Google macht mir zwar auch ein wenig Angst, trotzdem bin ich, und das gebe ich auch zu, meistens zu faul andere Suchmaschinen oder gleich Metasuchmaschinen zu benutzen. Wenn man gezielt google kritische Artikel sucht kann es zum Beispiel auch mal vorkommen das Google bei der Suche nicht so recht fündig werden will eine andere Suchmaschine dafür auf der 1. Seite das gesuchte listet.
    Ansonsten ist von ner 400 Mann Studie oder Statistiken eh nie viel zu erwarten.

    zum Schluß noch was zum lachen
    http://www.impactlab.com/2007/.....-internet/

  3. taehti am 13. März 2008 um 21:03 Uhr

    Versteht mich nicht falsch, ich bin Google-Nutzer und noch dazu Student, sodass ich genau in das Schema reinpasse. Ich mag das Internet und die Vorteile, die es bringt.
    Aber es sollten auch die Nachteile gegenüber Büchern und anderen Publikationen erwähnt werden. Aufgrund der Anonymität des WWW kann heutzutage jeder veröffentlichen, was er will. Dabei ist es nebensächlich, ob dies der Wahrheit entspricht oder nicht. Schaut euch nur die Leute an, die mit ihren Blogs Geld verdienen, indem sie Gerüchte in die Welt setzen.
    Ein schönes Beispiel ist auch Wikipedia. Klar, jeder weiß, dass es keine vertrauenswürdige Quelle ist und doch sollte man sich fragen, ob man wirklich jedes Mal beim Lesen eines Wikipedia-Artikels kritisch genug ist.
    Man kann sich bei Büchern natürlich auch nicht sicher sein, dass die Informationen darin zu 100 % stimmen. Aber man kann davon ausgehen, dass gründlicher kontrolliert wird, was gedruckt werden kann und was nicht.
    Ein weiteres Problem ist, dass wenige wirklich wissen, wie sie Suchmaschinen zu ihrem Vorteil nutzen können. Zumindest habe ich selbst schon erlebt, dass ich bestimmte Informationen einfach nicht im Internet finde (oder wenigstens auf zuverlässigeren Seiten als Wikipedia). Da suche ich lieber in der entsprechenden Abteilung der Uni-Bibliothek, wo ich auf jeden Fall das finde, was ich brauche und was ich zudem als Quelle angeben kann ohne mir Gedanken um die „Wissenschaftlichkeit“ machen zu müssen.

    Und noch etwas: 400 Studenten sind durchaus als repräsentativ anzusehen. Wie es auf der Seite der Studie heißt, sind Studenten im Alter von 15 bis 57 aus sechs Staaten (noch dazu vier Kontinenten) befragt worden. Meint ihr nicht, dass das ausreicht? Oder wolltet ihr mitmachen?

  4. Lars Beier am 13. März 2008 um 21:12 Uhr

    Ob der Artikel repräsentativ genug ist, lass ich mal offen stehen. Trotzdem wäre eine öffentlichere Publikation bestimmt wünschenswerter gewesen.
    Auf jeden Fall sollten für Ausarbeitungen für die Schule, die Lehre oder das Studium Bücher als Ressource genutzt werden. Aber wie die Studie nun bestätigen will, sind wir zu faul, in eine renomierte Bibliothek zu gehen, um uns die benötigten Bücher zu besorgen. Klar werden viele Artikel veröffentlich, die nicht gerade das widerspiegeln, was man die Wahrheit oder das Richtige nennen würde. Aber bspw. Wikipedia wird vom W-Vorstand kontrolliert, soweit es möglich ist und mit einem Bearbeitungs-Hinweis versehen, sofern der Artikel nicht dem entspricht, was er entsprechen soll.
    Wie man vorgehen soll, ist wie ich sagte, jedem selbst überlassen, wie weit es Google mit seiner Buch-Digitalisierung schafft, werden wir in den nächsten Jahren sehen.
    Wer also bei Google handfeste Fakten sucht, sollte also vorzugsweise die Buchsuche nutzen, die direkt in Büchern sucht. Sodass man es anlesen kann (manche seiten bleiben außen vor) und sich dann entscheidet es zu kaufen oder nicht. Das wird meiner Meinung nach die moderne Bibliothek werden! Oder?

  5. Malte am 14. März 2008 um 09:54 Uhr

    Ich tue mich schwer damit, das Semantic-Web als Web 3.0 zu bezeichnen, da der Übergang fließen ist. Einige Grundlagen wie Konjugationen, Deklinationen, Steigerungen, Abkürzungen und gleichbedeutende Wörter erkennt zumindest Google bereits für dich wichtigsten Sprachen. Bis zum vollständigen Verständnis ist es aber noch ein (sehr!) langer Weg.

  6. Lars Beier am 14. März 2008 um 11:07 Uhr

    Wenn man aber die Technologische Entwicklung der letzten Jahre verfolgt, so wird es nicht lange dauern, bis es so umgesetzt wurde, dass Maschinen unsere Texte verstehen können!

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